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80 Besucher beim großen Info-Abend „Was leistet Schulsozialarbeit?“

Erfolgreicher Auftakt der Initiative: Zum großen Info-Abend „Was leistet Schulsozialarbeit?“ am 31. März 2014 kamen rund 80 Interessierte ins Neue Rathaus Leipzig. Darunter waren auch Kreiselternräte, Vertreter des LandesElternRates Sachsen, des StadtSchülerRates Leipzig und der Sächsischen Bildungsagentur Leipzig. Sie hörten Erfahrungsberichte, sahen wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit von Schulsozialarbeit und bekamen hautnahe Einblicke in die Methoden der täglichen Arbeit.

Spannend war etwa der Bericht von Nancy Kallenbach, Schulleiterin der August-Bebel-Schule, einer Grundschule im Leipziger Osten.

Im Jahr 2011 haben meine Kollegen und ich gesagt: Wir können das nicht mehr allein bewältigen. Wir müssen so viel Erziehungsarbeit machen, so viel mit dem Allgemeinen Sozialdienst kommunizieren und uns so viel um die Probleme einzelner Schüler kümmern, dass wir unserem Bildungsauftrag nicht mehr gerecht werden.

Die Schule stellte einen Antrag auf Schulsozialarbeit und bekam Anfang 2012 eine Schulsozialarbeiterin. Diese macht seitdem Einzelfallhilfe, Projektarbeit, freizeitpädagogische Angebote, Elternarbeit und vieles mehr. „Sie kümmert sich auch um ein tägliches Frühstück für die Kinder vor Unterrichtsbeginn und kann dort gleich die ersten Probleme auffangen, die sonst im Deutschunterricht gelandet wären“, so Kallenbach. Die Schulsozialarbeiterin bringe eine andere Sichtweise auf die Kinder mit als die Lehrer, die immer auch die Erfüllung des Lehrplans vor Augen haben. „Sie hat unseren Schulalltag unglaublich bereichert.“ Zudem habe die Schulsozialarbeiterin das Büro gleich neben ihrem eigenen: „Die Lehrer haben seitdem immer die Wahl: Gehe ich mit meinem Problem ins rechte oder ins linke Zimmer.“

Zwei Studenten der Universität Leipzig, Katharina Schmelzle und Axel Stadler, stellten eine Wirkungsanalyse der Schulsozialarbeit an der August-Bebel-Grundschule vor. Das Ergebnis war eindeutig positiv: Die große Mehrheit der Schüler spürt durch die Schulsozialarbeit weniger Erfolgsdruck, hat weniger Konflikte, nimmt sich selbst stärker wahr und geht generell lieber zur Schule.

Abschließend stellten dann auf einem „Markt der Methoden“ rund 20 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter verschiedener Träger ihre Arbeit vor. An kreativ gestalteten Ständen kamen interessierte Eltern mit den Sozialarbeitern ins Gespräch und erfuhren, was sich hinter Methoden wie „Herzenskreis“, „Gefühlsampel“, „Genogramm“ oder „Familienbrett“ verbirgt, wie Klassentrainings in sozialem Lernen ablaufen oder auch in welcher Form Schulsozialarbeiter Elternarbeit machen.

An diesem Abend wurde außerdem die Online Petition „Schule braucht Sozialarbeit“ an den sächsischen Landtag offiziell gestartet.

Wenn Sie selbst ähnliche Veranstaltungen in Ihrer Stadt bzw. Ihrem Landkreis organisieren wollen, nehmen Sie Kontakt zur Initiative auf und lassen Sie sich dabei unterstützen!

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